Olivia vom Lindort

Wie wird der Welpe zum Junghund und welchen Weg nimmt seine Persönlichkeitsentwicklung dabei? Dies ist eine Frage, die wir uns in unserem Club schon seit Anbeginn immer wieder stellen. Es beginnt mit der Aufzucht der Welpen, wo der Züchter ständig ein Auge auch auf die Persönlichkeit und das Verhalten des Welpen richtet, nicht nur um später den richtigen Käufer auswählen zu können. Übrigens immer noch eine Art der Welpenabgabe, die bisher - laut unserer Kenntnisse - einzigartig ist, sich aber bereits deutlich bewährt hat. Ebenso ist die Wurfabnahme in der 7.- 8. Lebenswoche der Welpen ein wichtiger Punkt in dieser Aufzucht bzw. in der Bewertung der Persönlichkeitsentwicklung der Welpen unserer fleißigen Züchter. Und gerade durch unsere Neuzüchter wurden wir auf ein Projekt angesprochen, dass uns dort noch einen Schritt weiter bringen könnte. Die Studie zur Persönlichkeitsentwicklung im Welpen- und Junghundealter.

Diese Studie ist von einer jungen Tierärztin ins Leben gerufen worden, die im Bereich der Verhaltensbiologie promoviert. Geleitet wird diese Studio von PD Dr. Udo Gansloßer. Dabei ist das Ziel, herauszufinden ab welchem Alter und aufgrund welcher Merkmale sich die Persönlichkeit eines Hundes einschätzen lässt – im Vergleich unterschiedlicher Rassen und morphologischer Besonderheiten. Im Rahmen dieses Projektes sollen Welpen und Junghunde im täglichen Umgang und Spiel beobachtet werden. Und wer kann da besser die erforderlichen Daten liefern als unsere Züchter? Schnell hatte der Vorstand den Vorschlag aufgegriffen, das allgemeine Interesse abgefragt und intern diskutiert. Dabei war schnell klar: Diese Studie kann uns als Verein und unseren Züchtern, aber auch den Bewertern und Zuchtwarten im Rahmen ihrer Aufgaben immens weiterhelfen.

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn es kommt nun mal damit auch etwas Arbeit auf die Züchter zu. Die Welpen sollen ja möglichst oft gefilmt werden, damit die Ergebnisse auch einen hohen Genauigkeitsgrad haben. Aber auch diese Befürchtungen konnte uns die Tierärztin Larissa von Scotti schnell nehmen. Denn nachdem der Verein die Berichterstattung mit Leihkameras unterstützt, ist die größte Hürde schon gefallen. Auf weitere Anfrage versicherte sie, dass die Protokolle an jedes individuelle Zeitbudget anpassbar seien. Natürlich werde für so eine Studie immer viel erwartet, aber die Freude ist auch bei weniger Material groß, schrieb Larissa von Scotti weiter in der Antwort.

Nun hat es begonnen und die erste Zuchtstätte hat die Berichterstattung aufgenommen. Mit der Geburt der Welpen der Zuchtstätte aus dem Land der 1000 Berge hat sich unsere Züchterin Steffi Vormweg bereit erklärt, den ersten Schritt zu machen und den Stein sozusagen ins Rollen zu bringen. Vielleicht finden wir bald noch weitere Züchter, die sich dazu bereit erklären, der Anfang ist zumindest gemacht.