Ursprüngliche Fassung vom 14.01.2001, überarbeitet am 22.6.2007, 31.07.2009, 20.09.2009, 31.03.2013 und 22.4.2016

Aufgabe

Aufgabe des Clubs ist es, die Rasse des Wällers gewissenhaft aufzubauen und die Zucht weiterzuführen, um die Wäller wesenssicher, arbeitseifrig, gesund und fit zu erhalten.
Das Zuchtziel ist durch die Beschreibung des Wällers im Standard festgelegt. Die Zuchtbestimmungen dienen dem Schutz der Rasse und der Zuchttiere, dem Ansehen des Clubs und dessen Züchtern/Züchterinnen, sowie dem Interesse der Käufer/-innen.
Die Zucht erfolgt nach dem Original-Zuchtprogramm von Karin Wimmer-Kieckbusch (Rückkreuzungen auf die Ausgangsrassen und Rotation).
Das Zuchtverfahren des 1. WCD e. V. schließt Inzest-Zucht, Inzucht und enge Linienzucht aus.

§ 1 Zuchtkommission

Die Zuchtkommission besteht aus:
• der Zuchtleitung, bzw. dem/der Führer/in des Zuchtbuchamts,
• dem/der 1. Vorsitzenden,
• dem/der 2.Vorsitzenden,
• sowie zwei weiteren Vereins-Mitgliedern (jeweils ein Mitglied aus der Gruppe der Bewerter und ein Mitglied der Zuchtwarte), die bei der JHV im Abstand von 3 Jahren gewählt werden.

Über alle Zuchtfragen und die Auslegung der Zuchtordnung in Zweifelsfällen entscheidet ausschließlich die Zuchtkommission, nicht der Vorstand, die Mitglieder o.a.

§ 2 Der Zuchtleiter/Die Zuchtleiterin

Der/Die Zuchtleiter/-in überwacht den gesamten Zuchtbetrieb der Rasse innerhalb des Clubs. Er/Sie überwacht die Einhaltung der Zuchtbestimmungen aufgrund der Deck- und Wurfmeldungen und kann die Eintragungen eines Wurfes zunächst ablehnen, wenn ein Verstoß gegen die Zuchtbestimmungen vorliegt. Die endgültige Entscheidung darüber trifft dann die Zuchtkommission. Ebenso kann er/sie die Eintragung auch zurückstellen, wenn die Vorbedingungen zur Eintragung nicht vollkommen erfüllt sind.
Der/Die Zuchtleiter/-in führt das Zuchtbuch des 1.Wäller-Club Deutschland e.V. und die Liste der zur Zucht zugelassenen Hunde sowie die Listen der dazu geforderten Gesundheitsauswertungen. Er/Sie stellt Ahnentafeln sowie erforderliche Zweitschriften aus. Die Ahnentafeln werden nach der Wurfabnahme erstellt.

§ 3 Der Züchter/Die Züchterin

Als Züchter/-in wird der-/diejenige bezeichnet, der/die eine zuchttaugliche Hündin (Wäller/Aussie/Briard) besitzt und zur Zucht einsetzt.
Ein/e Wällerzüchter/-in im 1. WCD e.V. darf höchstens drei Zuchthündinnen im zuchtfähigen Alter besitzen, die in der Wällerzucht eingesetzt werden. Das bedeutet, dass im 1.Wäller-Club Deutschland e.V. KEINE gewerbsmäßige Hundezucht erlaubt ist.
Diese liegt in der Regel dann vor, wenn mehr als drei Zuchthündinnen gehalten werden und bedarf laut §11 des Tierschutzgesetzes der Genehmigung durch das Veterinäramt. Zu den zuchtfähigen Hündinnen gehören auch die der Ausgangsrassen Aussie und Briard. Eine diesbezügliche Kontrolle durch die Zuchtwarte und auch zur Einhaltung der vorgeschriebenen Wurfpausen ist jederzeit möglich.

Er/Sie ist verpflichtet,

  • die geltenden Zuchtbestimmungen und das Tierschutzgesetz einzuhalten,
  • eine geeignete Unterbringung und Haltung der Hunde bereitzustellen,
  • rechtzeitig Deckakt und Wurf zur Eintragung in das Zuchtbuch und Ausstellung der Ahnentafeln zu melden,
  • die Empfehlungen der Zuchtkommission einzuhalten,
  • die Zucht mit nachweislich erbkranken Tieren zu vermeiden
  • Welpeninteressenten umfassend zu informieren - unabhängig von der eigenen Wurfplanung bzw. dem Verkauf eines Welpen aus eigener Zucht,
  • Welpenkäufer/-innen über den Sinn des Welpentests im 1. WCD e.V. aufzuklären,
  • Welpenkäufer/-innen auf eventuelle zuchtausschließende Mängel des Welpen hinzuweisen,
  • alle Adressen der Welpenkäufer/-innen unmittelbar nach der Abgabe der Hunde an die Zuchtleitung und den Kassenwart weiterzugeben,
  • mit dem/der Käufer/-in einen schriftlichen Kaufvertrag abzuschließen, in dem die Regelung zur HD-Kaution aufgeführt ist

Ein/e Wällerzüchter/-in ist verpflichtet, zu Beginn der Läufigkeit seiner/ihrer Hündin mit der Zuchtleitung Rücksprache zu halten, ob der/die zuletzt genehmigte/n Rüde/n weiter zur Verfügung steht/stehen oder andere Kriterien zu einem Wechsel führen.
Bei Nichteinhaltung dieser Verpflichtung kann der Vorstand des 1. WCD e.V. eine Strafe bis zu 1000,- Euro verhängen bzw. die Welpen erhalten keine Ahnentafeln.

§ 4 Zuchtzulassung

In jedem Kalenderjahr findet mindestens eine Zuchtzulassungsprüfung statt.
Bei dieser werden die Wäller durch ein bis drei Mitglieder der Zuchtkommission nach ihrem Körperbau laut Standard beurteilt.
Zur Standardbeurteilung im Körperbau gehört auch die Vermessung und das Wiegen des Hundes.
Die Überprüfung von Gehorsam und Verhalten wird von einem fachkundigen Bewerterteam (mind. 2 Bewerter und evtl. Anwärter) durchgeführt.
Ein Mitglied der Zuchtkommission oder des Bewerterteams darf nicht über einen eigenen oder von ihm gezüchteten Hund entscheiden.

Voraussetzung zur ZZL-Teilnahme:

  • Mindestens 4 Wochen vor der ZZL müssen die notwendigen Gesundheitszeugnisse (HD & Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen) dem Zuchtbuchamt vorliegen.
  • Mitgliedschaft im 1. WCD e.V., bzw. Antrag muss vorliegen.
  • Die Teilnahmegebühr kann vor der Prüfung überwiesen oder am Prüfungstag in bar entrichtet werden.

Ablauf:
Über die Art und den genauen Ablauf der Verhaltens- und Arbeitsprüfung entscheidet die Zuchtkommission.
Die Beurteilung des Hundes wird in einem von der Zuchtkommission erarbeiteten Formblatt erfasst, in dem u.a. Prüfungstag und Ort, Name und Zuchtbuchnummer des Hundes, Name des Besitzers/der Besitzerin, sowie das Ergebnis der einzelnen Prüfungsabschnitte und das Gesamtergebnis angegeben sind.
Dieses detaillierte Formblatt verbleibt beim Zuchtbuchamt.
Nach Ablauf der Prüfung erfolgt eine gemeinsame Besprechung aller Bewerter über die vorgestellten Tiere.
Dem/r Hundebesitzer/-in wird möglichst bald nach Ablauf der Prüfung eine Kurzfassung der Beurteilung mit dem Ergebnis per Post oder E-Mail zugesandt.

Die Zuchtzulassung kann erfolgen, wenn der Hund

  1. in das Zuchtbuch des 1. Wäller-Club Deutschland e.V. eingetragen ist,
  2. das Alter von 24 Monaten erreicht hat,
  3. dem Standard entspricht und keine schweren Mängel aufweist,
  4. die Prüfung auf Verhalten und Gehorsam bestanden hat,
  5. alle Gesundheitszeugnisse (siehe § 13) dem Zuchtbuchamt vorliegen.

Werden die Anforderungen nicht vollständig erfüllt, wird der Hund zunächst zurückgestellt und kann bei einer folgenden Zuchtzulassung erneut vorgestellt werden. Bei Prüfungswiederholung fällt keine neue Gebühr an. Die Zuchtkommission erteilt nach erfolgreicher Prüfung der vorgestellten Hunde die Zuchtzulassung, die in die Ahnentafel eingetragen wird.
Die erteilte Zuchtzulassung kann von der Zuchtkommission zurückgenommen werden, wenn gravierende Mängel bei diesem Tier oder seinen Nachkommen aufgedeckt werden. Die Zuchtkommission kann zum Wohle der Rasse jederzeit Begrenzungen über die Häufigkeit der Zuchtverwendung oder der Partnerwahl aussprechen. Diese sind für Züchter/-in und Rüdenbesitzer/-in bindend.
Für Wällerrüden sind drei Deckakte vorgesehen. Weitere Deckakte (insb. Wurfwiederholungen) können von der Zuchtleitung unter Abstimmung mit der Zuchtkommission genehmigt werden.
Zur Zucht nicht geeignete Hunde sind die, die mit zuchtausschließenden Fehlern behaftet sind, die das Wesen oder die Gesundheit betreffen, wie z.B. angeborene Taub- oder Blindheit, Kryptorchismus, Monorchismus, Albinismus, Hasenscharte, Spaltrachen, leichte (s.u.), mittlere und schwere Hüftgelenkdysplasie (HD), erbliche Augenerkrankungen, Knickrute etc..
Das Züchten von Wällern setzt eine Mitgliedschaft im 1. Wäller-Club Deutschland e.V. voraus. Dies gilt auch für Wällerrüden-Besitzer/-innen und für Hündinnen-Besitzer/-innen der Ausgangsrassen (Briard und Aussie).
Züchter/-innen müssen erfolgreich einen Sachkundenachweis ablegen und vor dem Zuchtbeginn an einem vom Club angebotenen Züchterseminar teilgenommen haben (siehe § 6).
Den Bewertern und Mitgliedern der Zuchtkommission werden anlässlich der ZZL-Prüfung die Fahrtkosten laut Gebührenordnung des Clubs erstattet. Anwärter erhalten ebenfalls einen Fahrkostenzuschuss laut Gebührenordnung.

§ 4.1. Ausgangsrassen

Die Zucht-Voraussetzungen für die Ausgangsrassen (Aussie und Briard) entsprechen den Voraussetzungen für Wäller und sind im Detail bei der Zuchtleitung zu erfragen.

§ 5 Gesundheitszeugnisse

Hüftgelenksdysplasie (HD):
Die Röntgenaufnahme auf HD darf erst nach Vollendung des 18. Lebensmonats des Hundes erstellt werden. Die Röntgenaufnahme muss mit dem Formular zur HD-Auswertungszentrale geschickt werden:
Tierklinik Hochmoor, Dr. R. Wilcken, Von-Braun-Str. 10, 48712 Gescher
Auswertung A = frei und B = Grenzfall/fast normal sind in der Zucht zulässig. Tierärzte mit digitalem Röntgensystem können die Bilddaten elektronisch an den Gutachter übertragen (easyVet, GRSK-Befundportal).
Im Falle von HD-C = leicht kann die Zuchtkommission mit Hilfe der Zuchtwertschätzung über einen evtl. einmaligen Zuchteinsatz entscheiden (z.B. wenn kein Hund mit besserem Ergebnis aus dieser für die Zucht wichtigen Linie zur Verfügung steht. Hündinnen und Rüden werden getrennt betrachtet).
Der 1. WCD e.V. erkennt die für ein jeweiliges Land zuständige HD-Auswertungszentrale an. Zuständig für Deutschland Dr. R. Wilcken (s.o.). Obergutachter kann bei der Zuchtleitung erfragt werden.
Für die Schweiz wird die Universität Zürich zur Dysplasie-Beurteilung als Auswertungsstelle anerkannt.

Augenuntersuchung:
Es können nur Wäller eine Zuchterlaubnis erhalten, bei denen der Nachweis vorliegt, dass die Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen ohne Befund ist.
Die Untersuchung sollte möglichst von einen Fachtierarzt für Augenerkrankungen vorgenommen werden, der dem "Dortmunder Kreis" angehört.

MDR1 (Medikamentenunverträglichkeit):
Nachweis des MDR1-Status.
Betrifft nur Hunde, bei denen ein Elternteil +/- (= Merkmalsträger) ist!
Siehe Eintragung in der Ahnentafel od. bei der Zuchtleitung zu erfragen.
Der Erbgang ist bekannt. Genehmigt werden folgende Verpaarungen:
(+/+) x (+/+)
(+/+) x (+/-)
Durch gezielte Verpaarungen entstehen im 1. WCD e.V. keine Wäller, die von der Medikamentenunverträglichkeit (-/-) betroffen sind.
Auswertung erfolgt über Blutprobe oder Backenabstrich.
Labore: TransMit und Laboklin

Weitere Untersuchungen
Zur Vermeidung gesundheitlicher Risiken können weitere Gen-Tests angordnet werden (Bspw. Katarakt (HC) bei Laboklin oder Nachweis von Merle bei Biofocus)

§ 6 Sachkundenachweis / Züchterseminar

Jede/r Züchter/-in muss vor Zuchtbeginn

  • einen Sachkundenachweis (Multiple Choice-Test) ablegen, aus dem hervorgeht, dass er sich mit dem Thema Zucht, Aufzucht und Hundeverhalten ausreichend beschäftigt hat. Die Überprüfungen werden im Rahmen der Zuchtzulassungen abgenommen. Bereits anderweitig abgelegte Sachkundenachweise werden anerkannt. Für Rüdenbesitzer/-innen ist der Test freiwillig.
  • an einem Züchterseminar teilnehmen. Regional abwechselnd wird mind. 1 x im Jahr ein Züchterseminar angeboten. Für Rüdenbesitzer/-innen wird die Teilnahme empfohlen.

§ 7 Mindest- und Höchstalter der Zuchttiere

Rüden müssen für den Deckakt ein Mindestalter von 24 Monaten erreicht haben. Rüden können altersmäßig unbegrenzt zur Zucht herangezogen werden, sofern sie sich gesundheitlich in einem einwandfreien Zustand befinden.

Hündinnen müssen für den ersten Deckakt ein Mindestalter von 24 Monaten erreicht haben. Nach vollendetem achten Lebensjahr sind sie nicht mehr zur Zucht zugelassen.

§ 7 A Abstände zwischen Würfen / Anzahl Würfe

Der Abstand zwischen zwei Würfen muss mindestens ein Jahr (zwölf Monate) betragen oder, abhängig vom Zyklus der Hündin, eine Läufigkeit überspringen.
Innerhalb von 24 Monaten dürfen nicht mehr als zwei Würfe großgezogen werden.
Das gilt für alle für die Wällerzucht geeigneten Hündinnen, unabhängig von der Rasse. Bei schriftlicher Angabe von Gründen können Ausnahmen von der Zuchtleitung nach Rücksprache mit der Zuchtkommission genehmigt werden, z.B. bei Totgeburten oder geringer Wurfstärke (1-2 Welpen).
Die Anzahl der Würfe einer Hündin ist auf maximal drei begrenzt.
Ein vierter Wurf kann im Ausnahmefall von der Zuchtleitung nach Rücksprache mit der Zuchtkommission genehmigt werden (z.B. vom Tierarzt schriftlich bestätigte gesundheitliche Fitness der Hündin, bei durch Junghundebegutachtung nachgewiesener positiver Vererbung an die Nachkommen, wichtige Zuchtlinie, vorherige kleine Würfe).

§ 8 Verbot der künstlichen Befruchtung in der Wällerzucht

Im 1. WCD e.V. werden keine künstlichen Befruchtungen der Zuchttiere vorgenommen, erlaubt oder anerkannt. Wird eine künstliche Befruchtung ohne Wissen oder Rücksprache mit der Zuchtleitung durchgeführt und der Vorstand oder die Zuchtkommission erfährt davon, erhalten die Nachkommen aus dieser Verbindung keine Ahnentafeln und die Zuchttiere werden für die weitere Zucht gesperrt.

§ 9 Decktaxe

Die Decktaxe für Wällerrüden wird auf maximal 600,00 Euro oder 60,00 Euro pro lebend geborenem Welpen festgelegt (bei letzterem darf die 600 Euro-Grenze überschritten werden). Wann und in welcher Form die Beträge zu zahlen sind, vereinbaren Züchter/-in und Deckrüdenbesitzer/-in schriftlich untereinander (Formular: Deckvereinbarung).
Bei Einsatz von Rüden der Ausgangsrassen (Briard/Aussie) kann die Decktaxe variieren.

§ 10 Clubabgabe für Rüdenbesitzer/-innen

Nach erfolgreichem Deckergebnis zahlt der/die Besitzer/-in des Wäller-Deckrüden 60 Euro in die Club-Kasse. Der/Die Besitzer/-in erhält nach der Geburt der Welpen eine Rechnung von der/dem Kassenwart/-in.

§ 11 Wurfstärke / Aufzucht mehrerer Würfe

Bei sehr großen Würfen kann eine Amme hinzugezogen oder die Aufzucht durch künstliche Nährmittel unterstützt werden.
Bei Versterben der Mutterhündin sollte nach Möglichkeit eine Amme hinzugezogen werden.
Während der Aufzucht eines Wurfes darf innerhalb der Zuchtstätte kein weiterer Wurf, unabhängig der Rasse, großgezogen werden, damit eine optimale Aufzucht gewährleistet ist.

§ 12 Afterkrallen

Nach geltendem Tierschutzgesetz ist das Entfernen von Afterkrallen nicht erlaubt. Welpenkäufer/-innen sind darauf hinzuweisen, dass die Krallen kurz gehalten werden müssen, da sonst ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht. Bei medizinischer Indikation können die Krallen zu einem späteren Zeitpunkt, bspw. beim HD-Röntgen, in Narkose vom Tierarzt entfernt werden.

§ 13 Kennzeichnung der Welpen

Alle Züchter/-innen verpflichten sich dazu, ihre aufgezogenen Welpen durch Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Die Kennzeichnung der Welpen muss vor der Wurfabnahme erfolgen. Ausnahmen sind, z.B. aus gesundheitlichen Gründen, nach Absprache mit der Zuchtleitung möglich. Der/Die Züchter/-in muss zwischen der 3. und 5. Lebenswoche der Welpen der Zuchtleitung die Namen der Welpen mitteilen. Er erhält daraufhin die jeweiligen Zuchtbuchnummern.

§ 14 Ruf- und Zuchtstättenname

Alle Welpen erhalten einen Rufnamen, der innerhalb eines Wurfes mit demselben Anfangsbuchstaben beginnen muss. Da Wällerzüchter/-innen sog. Hobbyzuchten betreiben und oft nur ein bis zwei Würfe planen, wurde ab 01.07.2000 ein neues Anfangsbuchstabensystem eingeführt, damit es durch die häufige Verwendung der Anfangsbuchstaben "A" und "B" nicht zu Verwechslungen und Namenswiederholungen kommt. Alle in einem Jahrgang geborenen Hunde aller Zuchtstätten, erhalten Namen mit dem gleichen Anfangsbuchstaben, d.h. alle Hunde des Jahrgangs 2000 beginnen mit "A", alle von 2001 beginnen mit "B", alle des Jahrgangs 2002 mit "C" usw.
Der Zuchtstättenname hat die Bedeutung eines Familiennamens des Hundes. Er ist nur dann anerkannt, wenn er für den/die Züchter/-in vom Zuchtbuchamt geschützt und dort eingetragen ist. Der Zwingername ist an die Person des Züchters/der Züchterin gebunden und nicht übertragbar. Im Todesfall können Verwandte, sowie Ehegatten des Verstorbenen die Fortsetzung des Zuchtstättennamens beim Zuchtbuchamt anmelden.
Der Zuchtstättenname wird gestrichen:

  • beim Tode des Besitzers/der Besitzerin ohne Erbfolge
  • bei verhängter Zuchtsperre auf Lebenszeit
  • bei Verzicht des Besitzers/der Besitzerin
  • bei Vereinsaustritt

Zur Wahrung der Clubinteressen hat die Zuchtkommission das Einspruchsrecht gegen die Anerkennung von Zuchtstättennamen.

§ 15 Anforderungen an Welpenaufzucht und Zuchtstätte

  1. Das Wurflager muss sich im Haus oder einer, an das Haus angrenzenden Räumlichkeit befinden.
  2. Bis zur 3. Lebenswoche muss engster Menschenkontakt und tägliches Wiegen jedes einzelnen Welpen gewährleistet sein.
  3. Ab der 3. Lebenswoche kann die Umsiedelung in eine Außenanlage (kein Zwinger) erfolgen, bei weiterem intensiven Kontakt zu Züchter/-in, Kindern (unter Aufsicht) und Fremdpersonen. Allmähliche Steigerung von optischen und akustischen Einwirkungen, sowie diverse Alltags- + Umweltgeräusche (Geräusche vom Tonband sind gut, aber nicht ausreichend!)
  4. Die Außenanlage muss sicher eingezäunt sein und als Welpenspielgarten hergerichtet werden, d.h. verschiedenste, für Welpen geeignete Spielsachen, Klettermöglichkeiten, Tunnel, unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten etc.
  5. Für Welpen und Hündin muss eine geschützte Lagerstätte zur Verfügung stehen.
  6. Die Hündin muss die Möglichkeit haben, sich ggfs. zurückziehen zu können, bzw. sich außerhalb des Welpenspielplatzes aufzuhalten.
  7. Die Welpen müssen mindestens zwei Tage vor der Abgabe an den/die Käufer/-in geimpft werden. In welchem Umfang geimpft wird (bspw. nach Titer-Bestimmung), ist dem/der Züchter/-in freigestellt. Weicht er vom herkömmlichen Impfschema ab, ist er/sie verpflichtet, dem/der Käufer/-in ausreichende und schriftliche Information darüber mitzugeben.
  8. Dem/Der Käufer/-in ist eine Welpenmappe mit allen Unterlagen (Ahnentafel, Impfausweis, Kaufvertrag, Wurfabnahmebericht) auszuhändigen (siehe §16 Welpenmappen).
  9. Der/Die Züchter/-in ist verpflichtet, den Welpen bei der Abgabe persönlich dem/der Käufer/-in auszuhändigen.
  10. Bei Abgabe muss der Welpe mindestens die 8. Lebenswoche vollendet haben.

§ 16 Welpenmappen

Als Vorlage bekommt jede/r Neuzüchter/-in eine Mustermappe des 1. WCD und die entsprechenden Kopiervorlagen. Zusätzlich erhält er für jeden Welpen eine "Gebrauchsanweisung" und ein Wäller-Info-Heft. Die Kosten hierfür sind in der Züchterpauschale enthalten. Die vollständig zusammengestellte Welpenmappe ist jedem/jeder Käufer/-in auszuhändigen.

§ 17 Wurfabnahme

Eine Wurfbesichtigung muss innerhalb der ersten Woche durch den Tierarzt erfolgen. Die Wurfabnahme im Alter zwischen sechs und acht Wochen erfolgt durch mindestens eine/n Zuchtwart/-in des 1. WCD e.V. oder im Ausnahmefall durch einen Tierarzt. Die Kosten der Wurfabnahme durch den Zuchtwart sind in der Wurfpauschale enthalten. Diese muss, zusätzlich zu den Kosten der Ahnentafeln, nach Erhalt der Rechnung, per Vorauskasse geleistet werden und ist spätestens in der 7. Lebenswoche der Welpen fällig.
Die Ahnentafeln werden dem/der Züchter/-in zugeschickt, wenn der/die Kassenwart/-in den Eingang der Zahlung bestätigt und die Wurfabnahme-Unterlagen der Zuchtleitung vorliegen. Zur Wurfabnahme werden dem Zuchtwart die Fahrtkosten nach aktuellem Stand der Gebührenordnung des Clubs erstattet. Anwärter erhalten ebenfalls einen Fahrkostenzuschuss laut Gebührenordnung.

§ 18 Welpenpreis

Seit 01.01.2013 ist der Welpenpreis auf 850,00 Euro zzgl. 100,00 Euro HD-Kaution festgelegt.
Dieser Betrag ist für Züchter/-innen des 1. WCD e.V. bindend.
Ist bei einem Welpen, zum Zeitpunkt der Abgabe an den/die Käufer/-in, ein zuchtausschließender Fehler bekannt, kann der Kaufpreis in Absprache mit dem/der Käufer/-in gemindert werden.

§ 19 HD-Kaution

Im Kaufpreis von 950,00 Euro ist eine HD-Kaution von 100,00 Euro enthalten, die der/die Züchter/-in auf ein Sonderkonto des 1. Wäller-Club Deutschland e.V. einzahlt.
Der 1. WCD e.V. verpflichtet sich die Kaution auf das Konto des Käufers/der Käuferin zurückzuzahlen, wenn die HD-Auswertung fristgerecht durch den Gutachter Dr. Rolf Wilcken (s.o.) erfolgt ist und das Ergebnis der Zuchtleitung vorliegt.
Nach Beschluss der Jahreshauptversammlung, am 04.05.2012 in Sassenberg, werden die Kosten des Gutachtens (30,00 €) ab Mai 2012 vom 1. WCD e.V. übernommen und die Kautionen in voller Höhe zurückgezahlt.

Für die Durchführung der Untersuchung besteht eine Frist bis zum dritten Geburtstag des Hundes. Das Datum ist im Kaufvertrag schriftlich zu fixieren. Sollte der/die Käufer/-in das HD-Untersuchungsergebnis nicht fristgerecht eingereicht haben, verfällt die zurückgelegte Kaution zugunsten des 1. Wäller-Club Deutschland e.V.
Angefallene Zinsen werden nicht ausgezahlt.

§ 20 Ahnentafel

Die Ahnentafel gilt als Nachweis dafür, dass der Hund nach dem Zuchtprogramm des 1. WCD e.V. gezüchtet wurde. Auf ihr lassen sich drei Generationen von Ahnen ablesen, dazu die Chip- und Zuchtbuchnummer, unter der der Hund in das Zuchtbuch eingetragen wurde.
Die Ahnentafel gilt als Urkunde im juristischen Sinne. Wer Ahnentafeln fälscht, abändert oder missbraucht, wird strafrechtlich verfolgt. Nur das Zuchtbuchamt des 1. Wäller-Club Deutschland e.V. darf Ahnentafeln für die Wäller ausstellen. Diese haben nur Gültigkeit, wenn sie mit dem Stempel des Zuchtbuchamts und mit der Unterschrift des Zuchtleiters/der Zuchtleiterin und des Züchters/der Züchterin versehen sind.
Die Kosten der Ahnentafeln werden per Vorauskasse, nach Erhalt der Rechnung, in der 7. Lebenswoche der Welpen fällig. Die Ahnentafeln werden dem/der Züchter/-in erst dann zugeschickt, wenn der Kassenwart den Eingang der Zahlung bestätigt. Die Ergebnisse der HD-Auswertung und der Zuchtzulassungsprüfungen werden grundsätzlich in die Ahnentafel eingetragen. Das Recht zum Besitz der Ahnentafel hat der/die Eigentümer/-in des Hundes.

Beim Verkauf eines Hundes muss dem/der Käufer/-in die Ahnentafel ausgehändigt werden. Jeder Eigentumswechsel ist auf der Ahnentafel zu vermerken und dem Zuchtbuchamt (Zuchtleitung) mitzuteilen. Bei Verlust der Ahnentafel kann diese vom Zuchtbuchamt (Zuchtleitung) für ungültig erklärt werden. Auf Antrag und nach sorgfältiger Prüfung des Sachverhaltes kann die Zuchtleitung nach Rücksprache mit der Zuchtkommission eine Zweitschrift ausfertigen.

§ 21 Bartlose Wäller

Im Juni 2013 erging folgender Beschluss der Zuchtkommission:
Ab 1. Juli 2013 werden im 1. WCD e.V. die Wäller in den Varianten "Bärtig" und "Bartlos" getrennt gezüchtet, also nur noch jeweils unter sich verpaart. Das bedeutet eine Gleichstellung von bärtiger und bartloser Variante in der Zucht des 1. WCD e.V.
Aufgrund der getrennten Zucht beider Varianten werden zwei Genpools entstehen, die bei Bedarf miteinander verknüpft werden können.
Die Zuchtleitung entscheidet nach Rücksprache mit der Zuchtkommission, welcher Hund pro Generation in den anderen Genpool eingekreuzt wird, falls das erforderlich wird.
Die Zuchtleitung führt ab Juli 2013 getrennte Zuchtbücher für beide Varianten.
Die Einteilung der Wäller in die jeweilige Variante erfolgt bei der Zuchtzulassung. Im Zweifelsfall können diese Wäller der Zuchtkommission auf dem jährlichen Wällertreffen zur endgültigen Einteilung vorgestellt werden.
Die Einkreuzung der Ausgangsrassen des Wällers erfolgt, wenn möglich, weiterhin pro Generation einmal in jeweils beide Varianten. Über die Häufigkeit und Art des Einsatzes entscheidet die Zuchtleitung nach Rücksprache mit der Zuchtkommission.

§ 22 Strafordnung

Bei Verstößen gegen die Zuchtordnung kann die Zuchtkommission Strafen aussprechen. Sie ist berechtigt, Geldbußen in Höhe bis zur Hälfte des durchschnittlichen Wurfverkaufspreises zu verhängen.
Diese Strafen gelten auch für die Besitzer/-innen der jeweiligen Deckpartner. Die Besitzer/-innen der für einen Deckakt geplanten Hunde haben die Pflicht, sich davon zu überzeugen, dass Rüde und Hündin im Sinne dieser Zuchtordnung zur Zucht zugelassen sind und ebenso mögliche Auflagen und Empfehlungen zu berücksichtigen. In Zweifelsfällen ist der/die Zuchtleiter/-in zu Rate zu ziehen. Mahngebühren (nach schriftlicher Mahnung) nach der aktuellen Gebührenordnung des 1. WCDs e.V. werden erhoben:

  • wenn die Wurfmeldung (notwendig zur Eintragung der Welpen und Vergabe der ZB-Nr.) nicht bis zur Wurfabnahme (Alter der Welpen dann sieben Wochen) zum Zuchtbuchamt geschickt worden ist.
  • wenn der/die Zuchtwart/-in die Wurfunterlagen (notwendig zur Erstellung der Ahnentafeln) nicht innerhalb einer Woche nach der Wurfabnahme an das ZBA schickt.
  • wenn der/die Züchter/-in die Adressenliste der Welpenkäufer/-innen nicht innerhalb eines Monats nach der Wurfabnahme an das ZBA und den Kassenwart schickt.

Bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht verkaufte Welpen werden vom Züchter/von der Züchterin dem/der Zuchtwart/-in bzw. ZBA angegeben, Adressen werden nach dem Verkauf unverzüglich nachgesandt.

Bei Nichteinhaltung dieser für die ordnungsgemäße Zucht notwendigen Pflichten durch den/die Züchter/-in und erfolgloser Mahnung durch den Club ist durchaus nach Vorstandsbeschluss eine Streichung von der Züchterliste möglich.
Jegliche Verpaarung/Vermehrung außerhalb der Richtlinien kann zum Erlöschen einer erhaltenen Zuchtzulassung führen und die Zucht im 1. WCD e.V. ausschließen.

§ 24 Zuchtbuch

Durch die Eintragung in das Zuchtbuch lassen sich die Ahnen und die Nachkommen der Zuchttiere verfolgen. Die Zuchtdaten werden veröffentlicht. Der Vorstand entscheidet, in welcher Form die Daten veröffentlicht werden (über Wäller-Info Hefte, Club-Homepage und/oder speziell erstellte Zuchtbücher).
In das Zuchtbuch werden alle Wällerwürfe eingetragen, dazu die Liste der geschützten Zuchtstättennamen und die Ergebnisse der Zuchtzulassungen. Bei der Wurfeintragung werden der Zuchtstättenname, der Name und Wohnort des Züchters/der Züchterin, die Chip- und Zuchtbuchnummer, der Rufname, das Geschlecht und besondere Kennzeichen des einzutragenden Hundes, die Abstammung des Wurfes mit Eltern und Großeltern, der Deck- und Wurftag, sowie die gesamte Wurfstärke und die Zahl der belassenen Welpen vermerkt.

Begriffserläuterung zu allgemeinen Zuchtverfahren:

  1. Fremdzucht
    wird die Verpaarung von nicht miteinander verwandten Hunden genannt.
  2. Linienzucht
    ist eine abgeschwächte Verwandtschaftszucht, bei der die Zuchttiere innerhalb der engeren oder weiteren Verwandtschaft sorgfältig nach ihren Körper- und Wesensmerkmalen ausgewählt werden, um eine Zucht auf einen bestimmten Typ zu erreichen. Enge Linienzucht wird im 1. WCD nicht angewendet.
  3. Inzucht
    ist eine Verwandtschaftszucht, bei der ein Ahne mindestens je einmal auf der mütterlichen und auf der väterlichen Seite vertreten ist. Der Verwandtschaftsbegriff wird auf die letzten drei Ahnenreihen beschränkt.
    Im Sinne der Zuchtordnung werden unter Inzucht Paarungen zwischen Verwandten 2. bis 4. Grades, in gerader oder Seitenlinie (z.B. Onkel-Nichte oder Neffe-Tante oder Großeltern-Enkel etc.) verstanden. Inzucht wird im 1. WCD e.V. nicht genehmigt.
  4. Inzestzucht
    ist die Paarung zwischen Verwandten 1. Grades, also zwischen Eltern und deren Kindern oder zwischen Geschwistern.
    Inzest- oder Inzucht sind Zuchtverfahren, die nur dann zu außergewöhnlichen Erfolgen führen können, wenn beide Zuchtpartner nahezu alle erwünschten Merkmale und Eigenschaften reinerbig besitzen. Die Anwendung dieses Verfahrens kann aber auch negative Folgen haben, sofern die Zuchttiere mit rezessiven fehlerhaften Erbanlagen behaftet sind, die dann zum Vorschein kommen können.
    Aus diesen Gründen ist diese Zuchtform bei der Zucht der Wäller verboten. Nachkommen, die dennoch auf diese Weise entstehen, erhalten keine Ahnentafeln und keine Zuchtzulassung.
  5. Zwischenzucht
    ist die einmalige Zuführung fremder Blutlinien derselben Rasse in eine durch Inzucht gefestigte Linie.
  6. Auszucht
    ist die Zuführung von fremden Blutlinien verwandter Rassen in eine bestehende.

Infos zur Zucht

Voraussetzungen für die Zucht im 1. WCD e.V.

1. Gesundheitszeugnisse

  1. Hüftgelenksdysplasie (HD):
    Röntgenbild bei einem Tierarzt anfertigen lassen, der über ein modernes Röntgengerät verfügt und Erfahrung im HD-Röntgen besitzt. Formular (siehe Welpenmappe) ausfüllen und zusammen mit dem Röntgenbild an den Gutachter schicken lassen: Tierklinik Hochmoor, Dr. R. Wilcken, Von-Braun-Str. 10, 48712 Gescher. Dr. Wilcken schickt sein Gutachten an die Zuchtleitung. ¬¬¬¬Die Zuchtleitung sendet dieses zusammen mit der Abrechnung an den/die Besitzer/-in zurück. Eintragung in die Ahnentafel erfolgt durch die Zuchtleitung bspw. bei der ZZL. Röntgenbilder verbleiben im Archiv des Gutachters. Auswertung A = frei oder B = Grenzfall/fast normal sind in der Wällerzucht zulässig. Mindestalter bei der Röntgenaufnahme: vollendete 18 Monate
  2. Augenuntersuchung:
    Der Tierarzt sollte dem sogenannten „Dortmunder Kreis“ angehören. Adressen sind im Internet unter www.dok-vet.de zu finden. Falls sich absolut kein Fachtierarzt in erreichbarer Nähe befindet, kann die Untersuchung auch von einem anderen Tierarzt vorgenommen werden, sofern er die nötigen Geräte besitzt. Beim Tierarzt erfragen, ob er eine Spaltlampe besitzt, um erbliche Augenerkrankungen zu diagnostizieren. Kopie oder Durchschlag des Formulars an die Zuchtleitung senden.
  3. MDR1 (Medikamentenunverträglichkeit):
    (Betrifft ausschließlich Hunde, bei denen ein Elternteil +/- ist! Siehe Eintragung in der Ahnentafel oder bei der Zuchtleitung erfragen), Blutentnahme beim Tierarzt (1 ml EDTA Vollblut), Formular ausfüllen + mit der Blutprobe an das Labor Laboklin, 97688 Bad Kissingen zur Auswertung senden. Ergebnis + Rechnung werden dem/der Hundebesitzer/-in vom Labor zugeschickt. Kopie der Auswertung bitte an die Zuchtleitung senden. Durch gezielte Verpaarungen entstehen im 1. WCD e.V. keine Wäller, die von der Medikamentenunverträglichkeit (-/-) betroffen sind.

2. Mitgliedschaft im 1. Wäller-Club Deutschland e.V.

Aufnahmeantrag bitte an die Kassenwartin senden.

3. Zuchtzulassungsprüfung

Überprüft wird:
a. Gehorsam: Leinenführigkeit mit Richtungs- und Tempowechsel,Freifolge mit Richtungs- und Tempowechsel. Sitz und Platz aus der Bewegung, Verharren des Hundes in entsprechender Position („Bleib“) beim Weggang des Hundeführers, Freudiges Herankommen beim Abrufen („Hier“). Kommandos nach eigener Wahl. Mindestanforderung: Alltagsgehorsam. Idealfall: ein freudig arbeitendes Mensch/Hund-Team.

b. Verhalten: Der Hund sollte sich

  1. von Fremden ohne Gegenwehr, Angst oder Aggression anfassen lassen (leichte Zurückhaltung wird toleriert),
  2. mit dem Hundeführer problemlos angeleint durch eine Menschenmenge bewegen, wobei akustische Reize (z. B. fallendes Schlüsselbund) oder optische Reize (z. B. Aufspannen eines Regenschirmes) auf den Hund einwirken.
  3. neutral auf die Bedrängung durch eine Menschengruppe verhalten, die Hund und Hundeführer einkreist. Dabei werden zusätzliche akustische Reize, wie in-die-Hände-klatschen, eingesetzt.
  4. unter einer Plane oder einem Flattervorhang hindurch führen lassen.

Bei all diesen Übungen sollte sich der Hund nach Möglichkeit unbeeindruckt zeigen. Selbstverständlich darf er individuell reagieren (z.B. vorsichtig, neugierig, überrascht), sollte sich aber schnell wieder beruhigen und nicht langfristig beeindruckt sein oder gar panisch oder aggressiv werden.
Alleingelassen, aber angeleint, sollte er sich vorbeigeführten Artgenossen gegenüber neutral verhalten.
Beim Verhaltensteil gibt der Hundeführer keine Kommandos, da die natürlichen, individuellen Reaktionen des Hundes getestet werden und hierbei kein Gehorsam abgefragt wird!

c. Spiel- und Arbeitsfreude: Der Hund sollte

  1. sich gerne auf ein Zerr- und/oder Ballspiel mit dem/der Hundeführer/-in einlassen,
  2. Apportierfreude zeigen und trotzdem unter Kontrolle des HF bleiben,
  3. deutliche Spielmotivation besitzen,
  4. bei einem kurzen Spaziergang wenig Interesse an überholenden Joggern oder Fahrradfahrern zeigen (Jagd-/Hütetrieb).

d. Körperbaubeurteilung durch ein clubinternes Bewerterteam: Bei der Beurteilung des Bewegungsablaufes sollte sich der/die Hundeführer/-in in einem zügigen Tempo bewegen, so dass der Hund einen flüssigen Trab zeigt (möglichst kein Passgang, kein Galopp, kein Anspringen des Hundeführers).
Außerdem muss sich der Hund

  1. von den Bewertern an allen Körperteilen abtasten lassen (Besitzer/-in darf dabei Hilfestellung leisten),
  2. einer Zahnkontrolle unterziehen,
  3. vermessen und wiegen lassen.

Tipps:
Wenn man mit seinem Wäller eine Zuchtzulassungsprüfung ablegen möchte, sollte man sich vor allzu großem Ehrgeiz hüten. Das führt nur dazu, dass man selbst angespannt und nervös agiert und sich diese Stimmung möglicherweise auf den sensiblen Hund überträgt.
Auch wenn man die Prüfungsangst nicht ganz abschütteln kann, sollte man sich um ruhiges Verhalten und freundliche Stimmlage bemühen. Meist kommt man dadurch selbst wieder ins seelische Gleichgewicht zurück. Es werden keine Noten vergeben und nur mit „bestanden“ oder „zurückgestellt“ beurteilt. In letzterem Fall kann der Hund erneut (kostenlos) bei einer nächsten Zuchtzulassungsprüfung vorgestellt werden.

4. Sachkundenachweis des angehenden Züchters/der angehenden Züchterin:

Ein/e Wäller/-in muss laut Zuchtordnung einen Fragebogen mit sachkundlichen Fragen zur Hundehaltung (Gesundheit/Erziehung/kanides Verhalten etc.) zufriedenstellend beantworten. Der Fragebogen besteht aus 50 Fragen (Multiple Choice) und ist von den Teilnehmern bei der Zuchtzulassungsprüfung auszufüllen. Ab 75% richtiger Antworten gilt der Test als bestanden. Bei Nichtbestehen kann auch diese Überprüfung wiederholt werden.
Für Rüdenbesitzer/-innen ist die Sachkundeprüfung freiwillig.

5. Teilnahme an einem Züchterseminar:

Die Teilnahme am Züchterseminar ist für Erstzüchter/-innen (Hündinnenbesitzer/-innen) Pflicht vor dem ersten Wurf. Es werden die wichtigsten Punkte zu den Themen: Anforderungen an die Zuchtstätte, Deckakt, Trächtigkeit, Geburt, Aufzucht/Prägung und Umgang mit den Käufern/Käuferinnen behandelt und mit vielen Bildern anschaulich dargestellt. Außerdem gibt es wichtige Erklärungen zum Ursprung und Aufbau der Wällerzucht. Auch Deckrüdenbesitzer/-innen und Zucht-Interessierte sind herzlich willkommen. Z.Zt. werden ein bis zwei Termine pro Jahr angeboten.